Polarität

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Mit Polarität bezeichnet man das bei Gleichströmen die Richtung des Stromflusses bzw. bei Spannungen das Vorzeichen derselben, also z.B. positive oder negative Spannungen.

Bei Wechselspannungen (wie z.B. bei Audiosignalen) ändert sich das Vorzeichen ständig, somit ist eine Polarität genaugenommen nicht definiert. Man kann aber sehr wohl beim Vergleich zweier Signale von gleicher bzw. entgegengesetzter (umgekehrter, inverser) Polarität, also von Verpolung sprechen, wenn die Signale zu jedem Zeitpunkt bis auf das momentane Vorzeichen identisch sind.
Man erhält aus einem Signal das invertierte Signal anschaulich durch Spiegelung an der Nullinie bzw. Zeitachse.

Umgangssprachlich spricht man statt Verpolung oder "Polarisationsumkehr" auch oft von "Phasenumkehr", "Phasendrehung (um 180°)" o.ä. Strenggenommen ist dies falsch und führt oft zu Missverständnissen.

Zwar sieht bei einer reinen Sinuswelle oder einer anderen, symmetrischen und periodischen Funktion das invertierte Signal genauso aus wie das um 180° phasenverschobene, aber eine Phasenverschiebung erreicht man stets durch Verschiebung entlang der Zeitachse, während die Polaritätsumkehr einer Spiegelung an der Zeitachse entspricht.
Dass dies nicht dasselbe ist, zeigt schon eine Sägezahnfunktion (s. Bild), und erst recht jedes unregelmäßige (nichtperiodische) Signal wie z.B. Musik. Bei letzterem scheitert die "Phasenverschiebung" schon daran, dass eine Phase nur für periodische Signale überhaupt definiert ist.

bild:polaritaet.jpg
Oben: Originalsignal, Mitte: 180° phasenverschobenes Signal, unten: invertiertes Signal
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