Multitimbralität
Aus MusikerWiki
Multitimbralität bezeichnet die Fähigkeit eines einzelnen elektronischen Klangerzeugers, mehrere unterschiedliche Klänge gleichzeitig, aber unabhängig voneinander zu erzeugen. Die separat spielbaren Klänge nennt man Parts.
Elektronische Orgeln (außer einigen Comboorgeln) und Arranger-Keyboards sind naturgemäß immer multitimbral; in ersterem Fall werden die unterschiedlichen Klänge über mehrere Manuale und das Baßpedal gespielt, in letzterem durch das Teilen der Tastatur, in beiden Fällen auch durch die Begleitautomatik.
Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen sind Analogsynthesizer nicht multitimbral, auch viele virtuell-analoge Synthesizer nicht, während andere auf bis zu 16 Parts entsprechend den 16 MIDI-Kanälen kommen. Bei samplebasierten Synthesizern ist Multitimbralität hingegen die Regel, bei Workstations gar Teil der Definition. Einige Rompler und Sampler stellten und stellen bis zu 32 Parts bereit, für die dann zwei Sätze MIDI-Anschlüsse notwendig sind.
Nicht dagegen wird von Multitimbralität gesprochen, wenn ein Synthesizer mehrere unterschiedliche Klänge schichten kann, sie aber keine unterschiedlichen Noten unabhängig voneinander spielen können. Auch wird der Begriff Multitimbralität nicht angewandt bei elektronischen Schlagzeugen, da hier die einzelnen Instrumente und somit einzelnen Klänge in der Regel als ein Programm zusammengefaßt und innerhalb dieses z. B. über die einzelnen Tasten einer Klaviatur verteilt werden. Reine Drumcomputer sind also nicht multitimbral.
