Monokompatibilität

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Monokompatibilität beschreibt die Eigenschaft von Stereo-Aufnahmen, auch auf Mono-Geräten in (bis auf den räumlichen Eindruck) fast gleich guter Qualität abgehört werden zu können.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

[Bearbeiten] Klangunterschiede

Bei Stereo-Verfahren werden für den rechten und linken Lautsprecher getrennte Signale übertragen. Auf Monogeräten werden diese beiden Signale elektrisch zusammengeführt und zu gleichen Teilen gemischt. Dabei können sich Signalanteile gegenseitig auslöschen, etwa wenn Laufzeitunterschiede zwischen den Kanälen bestehen. Die Folge sind z.B. Kammfiltereffekte, die den Mix auf einem Mono-Gerät ganz anders klingen lassen können als auf einer Stereo-Anlage.

[Bearbeiten] Technische Probleme

Viele technische Aufzeichnungs- und Übertragungsverfahren stellen zusätzliche Anforderungen an die Monokompatibilität.
So werden z.B. beim UKW-Rundfunk nicht etwa die Signale für den linken und rechten Lautsprecher getrennt übertragen, sondern einmal das Summen- und einmal das Differenzsignal (auf einem sog. Hilfsträger, einer zweiten Sendefrequenz). Dadurch können auch ältere Geräte ohne Stereo-Empfangsteil Stereo-Sendungen empfangen. Nicht-Monokompatible Aufnahmen, also solche, bei denen das Differenzsignal sehr stark ausgeprägt ist, bereiten bei dieser Art der Signalübertragung Probleme.
Auch bei Vinyl-Schallplatten ist auf Monokompatibilität zu achten. Der Differenzanteil wird hierbei in der "Tiefe" der Rille kodiert. Gerade im Bassbereich dürfen hier nicht zuviel gegenphasige Signalanteile entstehen, um die Schneideapparatur und den Tonabnehmer bei der Wiedergabe nicht zu überfordern.

[Bearbeiten] Wie kann man Monokompatibilität sicherstellen?

Es gibt leider kein pauschales Rezept, um die Monokompatibilität sicherzustellen, außer komplett in Mono aufzunehmen. Auch ist "Monokompatibilität" ein dehnbarer Begriff ohne feste Grenzwerte (allerdings finden sich technische Grenzwerte für die maximale Amplitude des Differenzsignals beim Rundfunk oder bei der Vinyl-Herstellung).
Um die Monokompatibilität aus klanglicher Sicht zu überprüfen, haben Studio-Mischpulte eine Mono-Taste, mit der man den Mix auf Knopfdruck in Mono abhören kann. Dabei sollten sich gegenüber der Stereo-Fassung keine gravierenden Klangunterschiede oder Ungleichgewichte im Mix ergeben.
Zusätzlich lassen sich Signale mit einem Korrelationsgradmesser oder einem Stereosichtgerät oder Goniometer überprüfen. Allerdings erfordert der Umgang mit diesen Hilfsmitteln viel Übung, um sie korrekt zu deuten.
Um bei der Aufnahme schon die Weichen für Monokompatibilität zu stellen, sollte man schon bei der Aufstellung der Mikrofone beginnen: Mikrofonsysteme auf Basis der Laufzeitstereofonie (AB) gelten als nicht oder nur bedingt monokompatibel, während Aufbauten für Koinzidenz- bzw. Intensitätsstereofonie (XY, MS) vom Prinzip her monokompatibel sind.
Grundsätzlich gilt es, Laufzeitunterschiede zwischen linkem und rechtem Kanal gering zu halten.

[Bearbeiten] Praktische Relevanz heute

Inwieweit Monokompatibilität in Zeiten von CD und digitalem Rundfunk noch von Bedeutung ist, ist ein umstrittenes Thema. Vinyl wird kaum noch (bzw. nur in wenigen Musik-Sparten) als Verbreitungsmedium genutzt, und beim Rundfunk und in Presswerken gibt es inzwischen technische Mittel, um zumindest aus technischer Sicht die Monokompatibilität auch nachträglich noch zu erzwingen, allerdings immer auf Kosten des Klangs.
Es gibt zwar noch eine Vielzahl von Mono-Geräten, allerdings sind dieses meistens Radiowecker, Taschenradios o.ä., bei denen aufgrund des sehr kleinen Breitband-Lautsprechers die Wiedergabequalität ohnehin sehr eingeschränkt ist und geringe Klangunterschiede auf solchen Geräten gar nicht auffallen. Fest steht nur: wer sich sicher ist, eine Aufnahme nicht auf Vinyl pressen lassen zu wollen oder mit einer Ausstrahlung im Radio nicht rechnen kann, muss sich um Monokompatibilität keine Gedanken machen. Dennoch kann es nicht schaden, die Mono-Taste mal kurz zu drücken, denn ein grober Verstoß gegen die Monokompatibilität ist oft ein Hinweis für grundlegende Fehler im Mix, die auch andere Schwierigkeiten verursachen können.

[Bearbeiten] Weblinks

http://www.ths-nation.de/recall/monokomp.htm

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