Jazz

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

[Bearbeiten] Individueller Ausdruck

"Du spielst alles sehr gut und sehr gut nach. Aber wo ist das, was du selbst spielst?" Diese Frage nach dem individuellen Ausdruck der einzelnen Musikerin und Forderung, die musikalische Individualität in den Vordergrund zu stellen, ist schon erstes und hauptsächliches Merkmal des Jazz.

[Bearbeiten] Die Jazzform des Liedes oder Songs

Jazz besteht aus vielen Richtungen oder Stilen. Den meisten Stilrichtungen gemeinsam im Jazz und somit für diesen insgesamt ist kennzeichnend, dass Jazzmusik im wesentlichen auf der musikalischen Form des Liedes oder Songs beruht. Theoretisch besehen teilt sich solch Song in eine bestimmte Zahl aneinander gereihter 'Grundbausteine', auch 'Thema' oder 'Chorus' genannt. Ein 'Grundbaustein' wiederum besteht aus Strophe-Strophe oder Strophe-Strophe-'Bridge'-Strophe oder formelhaft: a-a oder a-a-b-a. Hierbei steht a für Strophe und b für 'Bridge', auch Zwischen-, Mittelteil oder etwas irreführend Refrain genannt. Eine Strophe, wobei die 'Bridge' nur eine zur Abwechslung andere Strophe mit einer neuen Idee ist, hat zumeist 8 oder 12 Takte. Ein besonderer Anfang und Schluss sowie Überleitungen im Song kommen hinzu.

[Bearbeiten] Die Kunst des Improvisierens, der Swing und der Jazzstandard

Die Kunst des Improvisierens oder des individuellen Musikausdrucks besteht nun darin, bis an die Grenzen der Form des Jazzsongs zu gehen, ohne die Songform zu verlassen und zu verlieren, d. h. sich oder die Band nicht 'raus zu bringen'. Die dadurch entstehende Spannung beflügelt die Musikerinnen untereinander, springt auf das Publikum über und bildet d i e Jazzatmosphäre oder den Swing. Gespielt wird dabei, soweit und solange es geht, aus dem Kopf und höchstens vorher grober Absprache (Head-Arrangement). Wenn die Bands allerdings größer werden, etwa ab 5 Musikern, wird die ordnende Festlegung auf Noten erforderlich (Arrangement). Die Songs oder Stücke, die zugrunde liegen, sind in der Grundform oder -melodie oft die gleichen, zumindest eine Zeitlang oder regional je Jazzstil, und heißen deswegen zurecht Jazzstandards. Sie klingen jedoch durch das Improvisieren jedes mal anders oder höchstens ähnlich, z. B. durch besonderes Arrangement.

[Bearbeiten] Melodie, Akkorde und Rhythmus im Jazz

Im Jazz beruhen: die Melodie auf Call & Response, d. h. auf der Tradition der Farbigen in den USA, dass der Sänger ruft und der Chor antwortet sowie der Übernahme dieses Prinzips auch von den Instrumenten; die Begleitung oder Akkorde auf einer Mischung europäischer und afrikanischer Ursprünge, die aus europäischer Sicht verfremdet klingt und dem Jazz den oft dissonanten Charakter gibt; der Rhythmus im Gegensatz zur europäischen Tradition (leicht-schwer) auf den Beats, das sind die immer gleichmäßigen und auch latent vorhandenen Zählzeiten. Stark betont wird der Backbeat, d. h. quasi: 'wo der Jazz-Schlagzeuger auf 2 und 4 betont und das Publikum auf 1 und 3 mitklatscht'). Jazztypisch ist weiterhin das Spielen vor und hinter den Beats.

[Bearbeiten] Der Unterschied des Jazz' zu anderen Musikrichtungen

Vieles hat der Jazz gemeinsam mit anderen Musikrichtungen, z. B. mit der Rockmusik etwa die Songgrundformen a-a oder a-a-b-a und das Beruhen der Melodieführung auf Call & Response oder die starke Backbeatbetonung. Was aber den Jazz unterscheidet, ist, dass er viel stärker als andere Musikrichtungen die Kunst des Improvisierens oder des individuellen Musikausdrucks herausstellt. Das bis an die Grenzen-gehen, ohne sie zu verlassen und zu verlieren, in Spannung mit der Band und zum Publikum, bildet die oft unbeschreibliche und nur unmittelbar erlebbare Atmosphäre des Swing. Stärker als andere Musikrichtungen verfremdet der Jazzklang und spielt der Jazzrhythmus vor oder hinter dem Beat.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Siehe auch

  • Jazzbands und ihre Instrumente
  • Jazzgeschichte. Jazzstile: Archaischer Jazz (Jazz-Vorformen), Ragtime (vor 1910); Traditioneller Jazz (1920er), Swing-Stil (1930er); Modernjazz (1940er-50er), Bebop, Afro Cuban Jazz, Cool Jazz, Bossa Nova, Latin Jazz, West Coast Jazz, Hard Bop und Soul Jazz, Third Stream und Progressive Jazz, Modal Jazz ; Dixieland-Revivals (bes. 1950er), Freejazz (1960er), Jazzrock, Rockjazz (1970er), Modernjazz-Revival, New Bop und 'Real Book' (1980er); Avantgardejazz (ab ca. 1990), Acid Jazz & Hip Hop Jazz (ab ca. 1990), Jazz Metal (ab ca. 2000)
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