Großmembranmikrofon

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Beim Großmembranmikrofon ist es bis zum heutigen Tag in der Branche üblich, alle Kapseln mit Membrandurchmessern von größer als 1 Zoll = 2,54 cm mit Großmembran zu bezeichnen, auch wenn es manche junge Firmen gibt, die es mit dieser geschichtlich gewachsenen Begriffsbestimmung nicht so ernst nehmen und Membranen mit 0,75 Zoll Durchmesser, die ja Kleinmembranmikrofone sind, schon als Großmembran zu benennen, um sie besser vermarkten zu können.
Tatsächlich ist es so, dass der Kapseldurchmesser den Klang maßgeblich beeinflusst und damit den Anwendungszweck des Mikrofons mitbestimmt. Je kleiner der Kapseldurchmesser wird, desto höhere Frequenzen können übertragen werden. De facto besitzen Großmembranen eine typische obere Grenzfrequenz von etwa nur 12 kHz, während Kleinmembranen mühelos bis 20 kHz und mehr übertragen können.
Andererseits verliert man bei kleinen Kapseln an Kondensatorfläche, wodurch die Empfindlichkeit sinkt und der Rauschabstand verschlechtert wird.

Es gilt auch: Je kleiner die Kapsel, desto neutraler und präziser ist das Klangbild.

Im Gegensatz dazu ist es ein typisches Merkmal von Großmembranmikrofonen, dass sie für das Schallfeld ein großes mechanisches Hindernis darstellen und das Schallfeld durch die Platzierung eines dermaßen großen Fremdkörpers stark verzerrt wird. Einerseits entsteht dadurch eine für diesen Mikrofontyp charakteristische Klangfärbung, andererseits ist die Richtcharakteristik aufgrund der großen Abmessungen sehr frequenzabhängig und auch weniger gut ausgeprägt. Typische Rückwärts-Dämpfungswerte sind 20 dB für ein Nieren-Großmembranmikrofon, während bis zu 35 dB Dämpfung von hinten für Kleinmembranen keine Seltenheit sind.

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