Gebote für den ultimativ fettesten, breitesten, druckvollsten Gitarrensound

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aka Gitarrensound wie Rammstein, Slipknot, Metallica, R.E.M. etc.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Üben, üben, üben!

So wie man deutlich sieht, ob jemand schon mal ein Musikinstrument in der Hand hatte, sobald er anfängt zu spielen, so hört man auch sofort, ob jemand das Instrument sicher beherrscht. Wesentlich für einen "druckvollen" Gitarrensound ist daher besonders die rhythmische Sicherheit. Schon allein wenn man beim Zuhören unterbewusst merkt, dass jeder Anschlag genau da sitzt, wo er gedacht ist, entsteht ein ziemlicher Druck. Andersherum geht auch der beste Gitarrensound, der vom vom besten Tontechniker aufgenommen wurde ganz sicher unter, wenn er nicht voll auf den Punkt gespielt ist. Wenn Gitarren gedoppelt werden sollen, dann sind die Anforderungen noch einmal deutlich höher. Wird das nicht beachtet, dann verschwindet der druckvolle Sound mit jeder zusätzlich gedoppelten Gitarre weiter.

[Bearbeiten] Feile am Arrangement

[Bearbeiten] Doppeln

vergleiche Doppeln.

[Bearbeiten] Kontraste setzen

Bedenke, dass Gitarrensounds oft nur deshalb druckvoll wirken können, weil der Zuhörer einen weniger druckvollen Sound als Vergleich heranzieht. Ein mittelmäßig aufgenommener Sound kann einem wie ein Düsenjäger vorkommen, wenn die Gitarre vorher wie aus der Dose klingt.

[Bearbeiten] Arbeite am Drum- und Basssound

Viel von dem, was ein durchschnittlicher Hörer der Gitarre zuordnet, kommt aus Frequenzbereichen, in denen eher die Bassdrum und der Bass zu Hause sind. Ohne eine gut gespielte und gemischte Rhythm-Section entsteht kein Druck. Es wird nie jemand sagen: "Die Gitarre klingt wie bei Slipknot, aber der Rest der Band hat keinen Druck". Bassdrum und Bass müssen wie aus einem Guss grooven und sich im Mix durchsetzen.

[Bearbeiten] Benutze so wenig Verzerrung wie möglich

Gitarren klingen oft auf der Aufnahme stärker verzerrt als man es live gehört hat. Eine Faustregel deshalb: Die Verzerrung bei der Aufnahme um ein Drittel zurücknehmen. Besonders wenn Gitarren gedoppelt werden, sollte man mit weniger Verzerrung spielen, da sich die wahrgenommene Verzerrung mehr als addiert! Dann klingt die Gitarre hinterher fisselig und nervig. Man stellt übrigens live auch häufig zuwenig Mitten am Verstärker ein, deshalb: Gain zurück und die Mitten aufdrehen. Mit Verzerrern (Pedalen) erzeugt man nach gängiger Auffassung übrigens nicht unbedingt den typischen druckvollen Metalsound, obwohl Hersteller das gern suggerieren. Trotzdem können bestimmte Verzerrer (z. B. Fuzz Face, Big Muff), im Zusammenspiel mit dem Verstärker tolle Sounds erzeugen, die im richtigen Kontext auch als sehr druckvoll wahrgenommen werden können. Der typische Metalsound ist aber eher einer, der beim Zusammenspiel zwischen Endstufensättigung, Box und Raum entsteht, deswegen:

[Bearbeiten] Bewege viel Luft...

4x12" - Boxen sind nicht nur für die Optik da! Die großen Vorbilder benutzen mehrere (verschiedene) Verstärker und Lautsprecher gleichzeitig (Biamping). Die zurückhaltende Gain-Einstellung wird teilweise durch eine Übersteuerung der Endstufe ausgeglichen. Während besonders preiswerte Gitarrenverstärker bei hohen Gain-Einstellungen oft die Anschläge verschlucken - man sagt: der Verstärker geht in die Knie - bleibt der Sound mit Endstufensättigung lebendig und dynamisch. Das erfordert aber auch wiederum eine bessere Spieltechnik... :-)
Noch einmal: Gain zurückstellen, dann den Verstärker so laut aufdrehen, bis es wieder trägt. Jetzt sollte schon klar sein, dass man einen solchen Gitarrensound nicht in der Mietwohnung erzeugt, denn eine 50-Watt Röhrenendstufe fängt nun mal nicht bei Zimmerlautstärke an zu übersteuern.

[Bearbeiten] ...und fange sie ein!

Das ist der schwierigste Teil der Aufgabe: Der Sound muss im Aufnahmeraum schon druckvoll klingen. Dann muss er mit mehreren Mikrofonen vor den Boxen und im Raum auf das Aufnahmemedium gebracht werden. Bei den Mikrofonen hat ein guter Toningenieur seine eigenen Vorlieben, beliebte und häufig genutzte Kandidaten sind das Shure SM57, Sennheiser e609, Sennheiser MD421 in unterschiedlichen Ausrichtungen und Entfernungen vor den Lautsprechern. Im Raum kommen dann oft Kondensatormikrofone und manchmal auch Grenzflächenmikrofone zum Einsatz. Der endgültige Gitarrensound entsteht idealer Weise im Mix durch gekonntes Mischen der verschiedenen Signale. Anhaltspunkt sollte also sein, dass der Sound im Raum schon gut ist und ohne doppeln schon druckvoll, breit, durchsetzungsstark, fett und dicht ist.

[Bearbeiten] Dynamikbearbeitung / Mix

Hier gibt es eine Menge Techniken, die eher etwas für fortgeschrittene Toningenieure sind. Stichwort: Sidechain-Kompression. Als Faustregel gilt: Je verzerrter der Sound, desto weniger Kompression ist nötig. Bei der Aufnahme oder im Mix wird meistens ein Low-Cut gesetzt, der unter Umständen sogar eine Grenzfrequenz von über 100 Hz vertragen kann. Wichtig ist, dass sich Gitarre und Bass/Bassdrum in den unteren Oktaven nicht in die Quere kommen. Die Gitarre soll nicht alleine gut klingen, sondern nur in Verbindung mit dem Bandsound!

[Bearbeiten] Koche mit Wasser

Nachdem das alles gesagt ist: trotzdem kann man druckvolle Gitarrensounds auch im Homerecording erzeugen. Nur taugt auch ein "Mesa Rectifier" (oft die Waffe der Wahl für Bratsounds) für diesen Zweck nicht viel, wenn man zu Hause aufnimmt und nur ein mittelprächtiges dynamisches Gesangsmikro zur Verfügung hat. Für solche Zwecke gibt es Modeling-Amps und -Plugins. Neben dem Mesa Rectifier scheinen im Moment Verstärker von Diezel und Rivera die Wahl für "heavy" Gitarrensounds zu sein. Also sind die Simulationen dieser Verstärker schon ein guter Startpunkt. Aber auch 800er, 900er und ältere Marshalls sind auf einzelnen Spuren der meisten großen Produktionen zu hören.
Es ist empfehlenswert, die internen Effekte eines Modelling-Amps auszuschalten und v.a. beim Hall auf ein hochwertiges Plugin zurückzugreifen. Den Raumanteil des Gitarrensounds, ohne den die Gitarre unnatürlich klingt, kann man mit dem Ambience- oder Room-Algorithmus simulieren.
Manch einer benutzt auch Verstärker mit extrem kleinen Endstufen oder Isolation-Cabs um bei kleiner Lautstärke schon eine ordentliche Endstufenzerrung zu bekommen.
Der Sound wird insgesamt vielleicht nicht ganz an Deine Vorbilder heranreichen, aber wenn Du es gut machst, werden deine Kollegen trotzdem staunen. Nimm doch einen Pod mit einem Rectifier-Sound auf die eine und einem Marshall-Sound auf die andere Seite und probier alles aus! Dasselbe gilt auch für dein Gitarrenspiel: Das Riff, das du dir ausgedacht hat, ist super, aber du bekommst es nicht "tight" aufs Band? Vielleicht wirkt es viel druckvoller, wenn du es abspeckst und dafür auf den Punkt spielst? Vielleicht klingt deine Lieblingsband nur deswegen so cool, weil durch einen Zufall gerade nur diese Aufnahme möglich war? Es gilt: Dies alles sind nur Anregungen. Jeder muss selber für sich probieren und seinen eigenen Sound finden.

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