Digital

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Der Begriff digital stammt aus der Signaltheorie. Grundsätzlich versteht man unter einem Signal eine messbare physikalische Größe (z.B. Spannung), die sich im Zeitablauf ändert. Während ein analoges Signal jedoch stetige Werte aufweist (d.h. es kann z.B. jeder beliebige Wert zwischen 0 Volt und einer definierten Höchstgrenze auftreten), verfügt ein digitales Signal über fest definierte diskrete Zustände, üblicherweise nur zwei: "Null" und "Eins".


[Bearbeiten] Digitale Audiotechnik

In der Audiotechnik tritt digitale Signalverarbeitung an verschiedenen Stellen auf:

  • bei der Speicherung von Audiomaterial,
  • bei der Signalübertragung,
  • in digitalen Effektgeräten,
  • in digitalen Mischpulten u.v.a.m..

Grundvoraussetzung für alle genannten Beispiele ist, dass ein analoges Ausgangssignal in einem AD-Wandler abgetastet und in ein digitales Signal übersetzt wurde.


[Bearbeiten] Merkmale digitaler Audiosignale

Digital Audiosignale können hinsichtlich Ihrer Qualität beschrieben werden mit ihrer Bittiefe und ihrer Samplingfrequenz. Die Angabe der Bitrate bei MP3s (z.B. 192kBps) hingegen ist kein direktes Qualitätskriterium, sondern läßt lediglich eine Vermutung über die Hörbarkeit von Kompressionsartefakten zu.

Für Aufnahmen im Homerecordingbereich haben sich 44,1kHz und 24 Bit als praxisgerechte Werte für hochwertige Aufnahmen bewährt. Hochwertige Aufnahmen - z.B. für DVD-Audio- werden mit bis zu 192kHz aufgenommen, jedoch auch bei 24Bit. Bei der internen Bearbeitung rechnen jedoch viele aktuelle Programme mit mehr als 24Bit, z.B. "32Bit-Fließkomma" oder 64Bit.

Für CD-Veröffentlichungen werden Aufnahmen im Mastering immer als letzten Bearbeitungsschritt auf das Format 44,1kHz@16Bit gebracht.

[Bearbeiten] Vor- und Nachteile der Digitaltechnik

Die größten Vorteile der Digitaltechnik sind z.B.:

  • Verlustfreie Speicherbarkeit der Daten auf Datenträgern wie z.B. CD, PC etc.,
  • praktisch keine ungewollte Veränderung der Daten durch Lagerung, Übertragung etc. (es entsteht z.B. nach der Wandlung kein Rauschen mehr).


Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme, bringt Digitaltechnik nicht nur Vorteile mit sich.

  • Die Umwandlung eines analogen Signals in ein digitales ist immer mit Verlusten behaftet. In wie weit diese jedoch hörbar sind, hängt von vielen Umständen ab.
  • Digitalen Aufnahmen wird oft eine gewisse "Härte" oder "Kälte" nachgesagt. Dieser Vorwurf stammt jedoch aus den Anfangstagen der Digitaltechnik und relativiert sich mit steigender Bittiefe und Samplingfrequenz.
  • Bei der Mischung digitaler Signale geht Auflösung verloren. (vgl. analoges Summieren).
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